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Eine perfekte Saison gekrönt

D-Jugend des Berliner TSC wird Nordostdeutscher Meister

Es war die Jubiläumsausgabe des „Juniorcups Wismar“. 20 Jahre lang gibt es diese Bestenermittlung für den weiblichen Nachwuchs schon und wie jedes Jahr war die Elite des nordostdeutschen Mädchenhandballs komplett versammelt. Die Meister und Vizemeister aus den Bundesländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Meck-Pomm, Brandenburg und natürlich Berlin, also wir als Berliner Meister und Rudow als Vizemeister, waren dabei.

Untergebracht waren wir in der Jugendherberge in Wismar, gemeinsam mit Rudow, Halle und Leipzig und: einer freundlichen Seniorinnen-Gruppe, die viel Spaß an unseren sportlichen, fröhlichen Mädchen hatte. Beste Stimmung also.
Die BTSC – Mädels hatten eine aus unserer Sicht (wir kennen ja viele Teams aus Turnieren) schwere Gruppe erwischt, los ging es gleich gegen den HSV Magdeburg, Vizemeister aus Sachsen – Anhalt. Nach verhaltenem Start (Halbzeitstand 5:5) konnte dieses Spiel klar mit 17:5 gewonnen werden. Aufatmen, die Mädels waren gut drauf und ließen sich nicht nervös machen. Auch gegen den HSV Frankfurt/ Oder, der überwiegend mit dem jüngeren Jahrgang 2006 antrat, gelang ein klarer 20:7 – Erfolg.

Aber jetzt wurde es interessant: mit Fortuna Neubrandenburg, Vizemeister aus Mecklenburg-Vorpommern wartete ein erster echter Prüfstein auf uns. Wichtig war, die beiden starken Mädels auf Halb links und rechts in den Griff zu bekommen – und das gelang: in einer lange ausgeglichenen Partie setzte sich unser Team letztlich mit 14:11 durch. Großer Jubel, wie schon im Vorjahr hatten unsere Mädels damit die Finalrunde um die Plätze 1-6 schon fast sicher.
Doch nun folgte die SG Rödertal-Radeberg! Meister im Bundesland Sachsen, das heißt vermeintlich stärker als der HC Leipzig, gegen den wir in dieser Saison noch nicht hatten gewinnen können. Uiuiui… Aber unsere Trainerin Moni Günther hatte das gegnerische Team genau studiert und verordnete: „Manndeckung für alle“ – das ist natürlich konditionell sehr fordernd, aber unsere Mädels kennen das ja aus dem Spielbetrieb in Berlin. Und die Überraschung gelang: gegen die wirklich enorm spielstarken Mädels aus Sachsen konnte mit 13:10 gewonnen werden. Auch weil unsere Lea Krebs im Tor eine gute Partie machte, unterstützt von Torwart-Trainerin Malisa Schmidtke, die echt sehr wichtig war für Lea und den Rest des Teams an diesem Wochenende. Und Malisa hatte offenbar auch Spaß an unserer D- Jugend, sie gab den Mädels den Spitznamen: „Gruppe-Immer-Lustig“.

Das ist ja auch leicht mit der guten Laune, wenn man von Sieg zu Sieg eilt. Im letzten Gruppenspiel ging es gegen die SG Vorpommern, für uns ein völlig unbeschriebenes Blatt. Aber: Meister in Meck-Pomm geworden, das heißt, so starke Teams wie Schwerin oder Rostock hinter sich gelassen. Wir waren also vorgewarnt. Und lagen auf einmal hinten! 4:7 zur Halbzeit, aber dann starteten die BTSC – Mädels eine Aufholjagd und gewannen noch mit 15:11! Gruppensieg! … und das Beste: die vier Punkte aus den Begegnungen gegen Rödertal und Neubrandenburg nahmen wir mit in die Finalrunde! Die konnte uns keiner mehr nehmen.
Am Abend gab es dann ein Motivationstraining der besonderen Art: Jede Spielerin durfte ein Bild malen, auf dem sie darstellen sollte, was sie sich für den Finaltag vornimmt. Bei Leo war das zum Beispiel: Hoch springen, am Ende ein Siegerfoto bekommen und vor allem: nicht wütend werden im Spiel! Klar zu erkennen, oder?

Auch solche kleinen Aufgaben, abseits vom Handball, gehören dazu, wenn man eine erfolgreiche Jugendmannschaft formieren will und unsere Trainerin Moni Günther versteht das hervorragend. Hat ohnehin einen tollen Job gemacht bei der Ausbildung dieses Teams. Sportlich und menschlich!
So! Der große Tag brach an! Eine Medaille bei der Nordostdeutschen Meisterschaft zum Greifen nah! Das hatte zuvor, bei insgesamt sechs Teilnahmen noch nie ein D-Jugend-Team des Berliner TSC geschafft!
Das erste Spiel ging gegen den Nachwuchs des Bundesliga-Aufsteigers Wildcats Halle-Neustadt und die Partie ging mit 17:6 doch deutlich an uns, genau wie die gegen den Gruppenzweiten der anderen Gruppe, den Frankfurter HC. Hier gewannen wir mit 21:11. Unsere Mädels begeisterten mit ihrem schnellen, technisch sauberen und fairen Spiel auch die Trainer der anderen Teams und erspielten sich viele Sympathien.

Es kam zum „Endspiel“ gegen die Mädels des HC Leipzig. Zu diesem Team muss man nichts sagen, die Sportschülerinnen aus Leipzig sind bundesweit in den meisten Altersklassen das Maß aller Dinge. Uns reichte ein Unentschieden für den Turniersieg, sollte Leipzig gewinnen, wären allerdings die Rödertal-Mädels Meister geworden, da die zuvor Leipzig geschlagen hatten. Es entwickelte sich also eine umkämpfte Partie. Der HC Leipzig in der 1. Halbzeit mit leichten Vorteilen, aber immer wieder fiel der Ausgleich. In der zweiten Hälfte konnten auch unsere Mädels mal in Führung gehen, aber Leipzig glich immer umgehend aus. 30 Sekunden vor Spielende stand es 11:11, Leipzig in Ballbesitz, hatte den Sieg in den eigenen Händen. Aber der Treffer für Leipzig fiel erst NACH dem Schlusspfiff.

Und das hieß: SIEG FÜR DEN BERLINER TSC!! Überglücklich fielen sich die Mädels in die Arme! Den zahlreich mitgereisten Eltern auf der Tribüne standen die Tränen in den Augen, danke, dass ihr das alles so mitmacht und Eure Kinder begleitet bei ihrem zeitaufwändigen „Hobby“… Ganz großes Lob auch an unser Trainerteam Moni Günther und Malisa Schmidtke. Prima, dass auch unser Jugendwart Herbert Schneider mitgereist war und das Team unterstützte!

In Wismar dabei:
hintere Reihe: Trainerin Monique Günther, Torwart-Trainerin Malisa Schmidtke, Isabell Gazibaric, Lena Berens, Kristina Fodjo, Emily Roth, Emma Ziebart, Linda Hoffmann, Jugendwart Herbert Schneider
vordere Reihe: Lilli Verworn, Moana Thelemann, Julia Balzer, Lea Krebs, Sophie Preiss, Leoni Baßiner und Phoebe Barkowski.

Bei der Siegerehrung bekamen unsere Mädels die schönen großen Medaillen und einen Pokal und unsere Leoni Baßiner wurde als beste Spielerin ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch! Man kann ja auf der Wismar- Archiv-Seite sehen, wer in den Vorjahren diese Auszeichnung erhalten hat – da sind schon sehr viele klangvolle Namen im weiblichen Handball dabei, mal sehen, wo Dich die sportliche Reise noch hinträgt.

Aber vor allem war das ein Sieg für das ganze Team! Und für unseren Verein die Bestätigung, dass die Ausbildung im unteren und mittleren Jugendbereich auf einem guten Weg ist. Mehrfach wurde das von anderen Trainern erwähnt, wie gut der technische Ausbildungstand der Mädels ist. Ein großartiges Kompliment und definitiv Ansporn für die Zukunft! Unsere tollen 2006er (von denen zwei ja schon diesmal dabei waren) stehen schon in den Startlöchern für die nächste Ausgabe des Juniorcups in Wismar im Frühsommer 2019!

Fotos: Berliner TSC

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