Die SG Kirchhof ließ sich in Berlin nicht überraschen

Der Berliner TSC startet 2017 mit einer Niederlage

Voll war es um die Seelenbinderhalle herum. Der Berliner TSC präsentierte an diesem Samstag nebenan in einer der modernsten Sprunghallen Europas, der Schwimm- und Sprunghalle Europasportpark (SSE), die traditionelle „Berliner Springergala“. Eine großartige Veranstaltung. Mit ein wenig Geschick wurde der Kirchhofer-Bus trotzdem bis unmittelbar vor den Halleneingang einlotst, während die Wasserspringer in der vollen Schwimmhalle mit Akrobatik und Kunstsprüngen teilweise aus der 16 Meter hohen Deckenkonstruktion beeindruckten.

Ähnlich beeindruckend konnten die ersten Frauen des Berliner TSC das Spiel gegen den hohen Favoriten SG Kirchhof beginnen. 5:2 führten die Gastgeberinnen nach nur vier Minuten. Schnelles und direktes Spiel führten zum Erfolg. Langsam gewöhnte sich der Aufstiegsaspirant aber an die Gegebenheiten in der Halle und zog sein schnelles, sicheres Spiel auf, das vor allem vom kompromisslosen Konterspiel nach technischen Fehlern des TSC lebte. Gefühlt hatten die Gastgeberinnen in der ersten Halbzeit länger den Ball in der Hand. Man spielte lange Angriffe, wollte sich die Chance zum Torerfolg aufbauen, spielte dann einen Pass ungenau, was die SG innerhalb weniger Sekunden zum eigenen Treffer ausnutzte.

Nach einer Viertelstunde war das Spiel beim 7:10 gedreht und besonders Christin Kühlborn, Diana Sabljak und Simone Larsen Poulsen waren fortan nicht mehr zu stoppen. 26 Treffer hatten die Drei am Ende spielfreudig erzielt. Das Problem der „wie auch bei der Niederlage bei den Füchsen im Raum stehenden Tore“ (Betreuer André Horchelhahn vor dem Anpfiff) war also keines.
Und der Berliner TSC ? Die spielten nicht schlecht. Immer wieder gab es schön herausgespielte Tore. Mehr war aber einfach an diesem Nachmittag nicht drin. 26 eigene Tore gegen die SG Kirchhof schafften in dieser Saison aber eben bisher auch nur die Füchse und der MTV Altlandsberg. In der Vorbereitung auf die Rückrunde biss sich zum Beispiel auch Erstligist Celle an der Abwehr der SG die Zähne aus und verlor das Spiel. „Das war alles okay, die Anzahl unserer Gegentore geht aber natürlich gar nicht“, analysierte TSC-Trainer Carlo Gregarek sofort nach dem Spiel, „und das kann man nicht an einer oder zwei Spielerinnen festmachen, da müssen wir als Mannschaft dran arbeiten.“

So fuhr die SG Kirchhof nach einem 43:26-Erfolg mit ihrem Anhang sehr zufrieden und vor allem vollständig nach Hause. Denn der sich beim Warmwerfen zwischen Hallendach und Basketballkorb hoch oben verfangene und festgeklemmte Ball konnte nach dem Abpfiff auch wieder befreit werden.

Am kommenden Wochenende fährt der Berliner TSC am Samstagabend zur Bundesligareserve der HSG Blomberg-Lippe. Die nächste Chance für die Berlinerinnen, es vor allem in der Defensive besser zu machen.

Thomas Kraft

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